Das Magazin der Tango Argentino Szene in Wien
Musik Szene Wien

Trio Frizzante – Tango per tre

Das klassische Kammermusikensemble, Trio Frizzante, lud zum „Tango per tre“. Ein Abend, gewidmet dem Tango und aufgeführt von drei herausragenden Musikerinnen. Im Rahmen des Festivals Treff.Kunst, in Wien, spielte das vielseitige Trio, Tango.

Das klassische Kammermusikensemble, Trio Frizzante, lud zum „Tango per tre“. Ein Abend, gewidmet dem Tango und aufgeführt von drei herausragenden Musikerinnen.

Im Rahmen des kleinen Festivals “Treff.Kunst”, im Brick-5 in der Herklotzgasse 21, in Wien, spielte das vielseitige und sehr beschäftigte Trio, Tango. Als Rahmen wählte man Astor Piazzollas „Vier Jahreszeiten“ (Las Cuatro Estaciones Porteñas) und für überraschende Akzente sorgten jene Auftragswerke, die von österreichischen Komponisten in Anlehnung an Piazzollas Schaffen, für das Trio geschrieben wurden.

Das dreitägige Treff.Kunst Festival von Ana Topalovic, brachte den in Wien ansässigen renommierten Modedesigner Goran Bugaric, der auch für das Outfit der Musikerinnen verantwortlich zeichnete, die Künstlerin Sabine Pleyel mit ihren Kleinskulpturen und das erfolgreiche Trio Frizzante zusammen. Das junge Trio, das seit 2009 besteht, wird von Marlies Gaugl (Flöte), Ana Topalovic (Violoncello) und Doris Lindner (Klavier) gebildet. Die drei Musikerinnen gehören jener aufstrebenden Generation an, die hochprofessionell agieren, mit Preisen bedacht sind und eine unbändige Liebe zur Musik und Willen zur Entwicklung zeigen. Ihr hohes Niveau beweist sich auch, durch ihre Aufnahme in das Förderprogramm des österreichischen Außenministeriums “The New Austrian Sound of Music” (NASOM), wodurch sie in ganz Europa und sogar im Iran und Südafrika konzertierten und zu Workshops eingeladen wurden. Sowohl auf internationalen Bühnen, als auch im kleinen Brick-5, liefern sie konsequent musikalische Qualitätsarbeit.

Das Kammermusikensemble wird von Marlies Gaugl (Flöte), Ana Topalovic (Violoncello) und Doris Lindner (Klavier) gebildet, alle aus Wien.

Marlies Gaugl (Flöte), Doris Lindner (Klavier), Ana Topalovic (Violoncello), vlnr.

Trio Frizzante, das junge Kammermusikensemble aus Wien spielt nicht nur Tango.

Foto: Maria Frodl

Mit Tango per tre gestalteten sie einen Ausnahmeabend. Üblicherweise ist ihr Repertoire klassische Kammermusik, aber die Cellistin Ana Topalovic liebt auch den Tango. Neben den „Estacianoes“ von Piazzolla und älteren Tango Stücken, die speziell vom argentinischen Komponisten Lucio Bruno-Videla arrangiert wurden, hörten wir noch Auftragswerke der österreichischen Komponisten Piotr Skweres, Reinhard Summerer und Mario Gheorghiu. Letzter komponierte mit „Waltzin“, einen Tango, der auf der Idee basiert, dem „männlichen“ Walzer eine „weibliche“ Entsprechung gegenüber zu stellen. Der Komponist nutzte die Chance, per Kammermusikarrangement, eine Waltzin in ihrer Klangtonalität zwischen Vals und Elementen eines Walzers, floaten zu lassen. Ein überaus mitreißendes Musikerlebnis, dem man – so banal möchte ich das ausdrücken – Hitpotenzial zuschreiben kann. Mit „Está herido mi corazón“ interpretierten die Musikerinnen ein Arrangement von Lucio Bruno-Videla, das auf dem Stück der Sängerin Viviana Lorca-Ramos basiert, welches voller Leidenschaft eine innige Beziehung authentisch spüren lässt, dass mit einem lauten musikalischen Aufschrei endete. Nicht zufällig soll es sich im tatsächlichen Leben der beiden so zugetragen haben. Piazzollas „Jahreszeiten“, die er selbst mit zahlreichen Anklänge an den Tango Nuevo komponiert hatte, verlieren durch die Instrumentierung des Trios an Schärfe und gewinnen an Melodie, ohne ins gefällige abzurutschen.

Das Kammermusikensemble, Trio Frizzante, lud zum „Tango per tre“. Das junge Trio, wird von Marlies Gaugl (Flöte), Ana Topalovic (Violoncello) und Doris Lindner (Klavier) gebildet.

Die Arrangements sind von einer gleichwertigen Beteiligung der Instrumentierung getragen. Es wird auf Soli verzichtet und selbst längere Passagen, die lediglich von einem Instrument getragen werden könnten, wurden vermieden. So ergibt sich am Ende ein Sounderlebnis, das geeignet ist, in einen (kammermusikalischen) Flow zu führen. Etwas, dass zB. Tangotänzer nur zu gut von Tandas kennen – und dort auch das Ziel ist. Von „Tango per tre“ existiert keine CD, so bleibt nur der Appell: „Nützen die Gelegenheit“ das Trio zu hören, wenn sie sich bietet.

Trio Frizzante – Tango per tre, 17.02.2018, Brick-5, Herklotzgasse 21, 1150 Wien
Treff.Kunst Festival von Ana Topalovic

Playlist:
Silueta porteña – Nicolás Cuccaro, Arr. Lucio Bruno-Videla
Otoño porteño – Astor Piazzolla
Tango – Anna Lang
Tango per tre – Piotr Skweres
Inverno porteño – Astor Piazzolla
Está herido mi corazón – Vibiana Lorca-Ramos
Tango Concepts – Reinhard Summerer
Primavera porteño – Astor Piazzolla
Taquito militar – Mariano Mores, , Arr. Lucio Bruno-Videla
Trio – Chick Corea
Verano porteño – Astor Piazzolla

Trio Frizzante| Festival Treff Punkt Kunst | Brick-5 | Bugaric Design

Fotos: © Maria Frodl, © Bernhard Siegl

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