Das Magazin der Tango Argentino Szene in Wien
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Una noche en Buenos Aires: Die Tango Tänzer

Drei Paare aus der Wiener Tango-Szene waren eingeladen Tangos für „Una noche en Buenos Aires“ zu gestalten. Das ist ein Opernabend, an dem zwei Tango-Kurzopern zur Aufführung gelangten. Dabei hatte jedes Paar die Möglichkeit bekommen einen Soloauftritt nach eigener Choreographie zu tanzen. Martin Acosta zeichnete für die beiden zusätzlichen Tangos der Gruppe verantwortlich.

Die beiden Opern, „Mateo“ von Martin Palmeri und „Maria de Buenos Aires“ von Astor Piazzolla, wurden jeweils von einem Tango eingeleitet. Zwischen den Stücken gab es Gelegenheit für ein Tango-Staging. Insgesamt sollte wohl auch ein Abend für die gesamte Latino-Szene in Wien gestaltet werden. Die durch die Mitwirkung des Coro Eurolatinoamericano repräsentiert wurde.

Jorge Bosicovich & Sonja Apfler (tanto-tango.com), Martin Acosta & Chiara Greco (tango-atelier.com)  und Germano Militte (tangogermano.com) & Rosa Ginger Berg (tangopasional.com) nahmen die Herausforderung an und konnten sich für ihre tänzerische Leistung, über großen Applaus des Premierenpublikums freuen. Die Wiener Tangueros zeigten dabei viel Gefühl, technische Perfektion und waren phasenweise in die Inszenierung als Bühnentänzer eingebunden. Besonders anerkennenswert fand ich ihre Zurückhaltung was den Bühnentango betrifft. Dem Publikum wurde ordentlich choreographierter Tango de Salon mit sparsam eingesetzten Hebefiguren geboten. Die Bandbreite an Schwierigkeitsgraden zeigte uns „einfache“ Tango-Praktiker vor, was wir mit fleißigem Üben noch erreichen könnten. Insgesamt war es wohl auch als Werbung für den Tango und die Tanzschulen in Wien gedacht.

Ein ganz besonders Danke dafür, dass die Protagonisten mit ihrer harmonischen Kooperation bewiesen, dass es unsere gemeinsame Liebe zum Tango ist, die uns verbindet. Etwas, dass ich im Alltag der Wiener Tango-Tanzschul-Szene leider häufig vermisse.

Zuerst einmal war harte strapaziöse Trainings- und Probenarbeit angesagt. Der Applaus danach, dürfte aber ganz sicher für vieles entschädigt haben.

 

Jorge Bosicovich & Sonja Apfler zeigten ihr komödiantisches Talent, als sie die Oper „Mateo“ von Martin Palmeri, mit einem augenzwinkerten Tango, als verliebtes Paar einleiteten, der sie geradewegs ins Bett führte.

Martin Acosta & Jorge Bosicovich wiederum eröffneten die Oper „Maria de Buenos Aires“, von Astor Piazzolla, mit einem sehenswert choreografierten Tango unter Männern. Eine Hommage an die Anfänge des Tangos in Buenos Aires.

Dem dramatischen Epilog der Titelfigur Maria, gespielt und gesungen von der Mezzosopranistin Liliana Rugiero, wurde eine Tango-Tanzszene vorangestellt. Hier zeigten Martin Acosta und Chiara Greco einen klassischen Tango mit punktuellen Hebefiguren. Bemerkenswert, wie sie dabei mit dem Bühnenraum umgingen und ihr Tanz um die Maria.

Solo von Germano Milite & Rosa Ginger Berg

Später im Stück, durfte Martin Acosta dann sogar ein Solo mit der Hauptdarstellerin der Titelfigur Maria, Liliana Rugiero tanzen. Wobei er elegant die tänzerischen Unsicherheiten der Rugiero übertanzte. Hier zeigte sich das Talent von Martin Acosta zu starker Bühnenpräsenz.

Impressionen der beiden Tango Staging Aufführungen aller beteiligten Tangueros.

Interview mit dem künstlerischen Leiter Pablo Boggiano und dem Komponisten Martin Palmeri

Una noche en Buenos Aires, im Theater Akzent, Wien, 4.-6. Okt. 2017

Tango-Opera.com

Bilder © Bernhard Siegl

Kommentar

  • Schade war nur, dass die Aufführung der beiden Werke ohne Übertitelanlage und in spanischer Originalsprache erfolgte. Besonders bei “Maria de Buenos Aires” konnte man den Surrealismus und Poesie der über lange Strecken gesprochenen Texte nicht erkennen und bewundern, wenn man die Sprache nicht beherrscht (und das war beim Großteil des Auditoriums der Fall). Die unzulängliche Akustik (miese Tonanlage beim “Piazzolla”, bei “Mateo” waren die unverstärkten Opernstimmen aufgrund der Raumsituation nur äußerst schlecht wahrzunehmen) machte dem Publikum zu schaffen. Auch wenn die Tango-Paare wirklich gut rüber kamen, ihre Individualität und Können sympathisch präsentierten, insgesamt wäre an diesem Abend mehr drinnen gewesen.

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