Das Magazin der Tango Argentino Szene in Wien
Dr. Tango's Tangologie

WM Teilnehmer werden?

So funkts bei der Tango-WM!

Sie haben den Bericht zur Tango-Weltmeisterschaft gelesen und fragen sich jetzt: “Wie werde ich Teilnehmer?” Hier die Antwort:

1.

Die Tango-Tanzweltmeisterschaft besteht aus den Kategorien Tango de Pista (entspricht dem Tango de Salon einer heimischen Milonga) und Tango Escenacrio (entspricht dem Bühnen-Tango). Das Kulturministerium der Regierung der Autonomen Stadt Buenos Aires übernimmt die Patronanz und ist zugleich die oberste Autorität in Bezug auf die Organisation, Programmierung und Durchführung der Tanzweltmeisterschaft.

Die Teilnahme ist offen und kostenlos für Amateure und Profis.

Anmeldung/Registrierung zur Teilnahme im Juli über die website der Organisaton (http://festivales.buenosaires.gob.ar). Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer Ihre Startnummer und einen Zeitplan für ihre jeweiligen Auftritte. Eine Anmeldung kann für eine oder beide Kategorien erfolgen (auch mit unterschiedlichen Partnern). Paare können jede Nationalität haben und müssen mindestens 18 Jahre alt sein. Jedes Paar repräsentiert eine Stadt.

2.

Die Paare im Tango de Pista treten in Gruppenaufführungen auf und tanzen eine Tanda zu drei Liedern. Die (Live) Musik wird vom Organisator gewählt. Beim Tango de Pista sind die wichtigsten Aspekte Improvisation, Umarmung und Verbindung zwischen den Tanzpartnern. Paare tanzen, wie in jedem Tanzssaal üblich, in Runden gegen den Uhrzeigersinn. Rückwärtsgehen ist nicht gestattet. Das Paar darf alle gängigen Figuren des “sozialen” Tango ausführen, einschließlich Barridas, Sacadas al piso, Enrosques, Ganchos, Boleos usw., sowie Verzierungen immer im eigenen Raum, ohne anderen Paaren beim Tanzen im Wege zu stehen. Sprünge, Figuren, die beide Füße vom Boden heben und alle anderen choreografischen Möglichkeiten sind völlig verboten. Die Umarmung darf nicht verloren gehen!

Die Jury bewertet die Interpretation des Paares in verschiedenen Stilen auf Grundlage der Partitur. Musikalität, Gehstil, aber vor allem die Verbindung zwischen den Partnern und die Suche nach dem eigenen Ausdruck, sowie die Fähigkeit, die Dynamik und Geschwindigkeit entsprechend je nach Tango zu verändern entscheiden über die Punktezahl.

Die Paare im Tango Escenario treten einzeln, zu einem Lied eigener Wahl an, das nicht länger als 4 Minuten dauern darf. Die Teilnehmer können ihre Meinung zum argentinischen Tango äußern. Das bedeutet, dass Paare, Bewegungen, Figuren und Verzierungen ausführen dürfen, die nicht direkt mit dem traditionellen Tango zusammenhängen. Aber die Choreographie muss traditionelle Elemente des Tangos enthalten: Achterfiguren, Spins, lange Spaziergänge, Boleos, Haken und die “Milonguero-Umarmung”. Das “Brechen” der Urmarmung und Techniken aus anderen Tanzdisziplinen dürfen angewendet werden, solange sie gerechtfertigt sind und die Performance der Tänzerin bereichern. Das bedeutet, dass sie ein Drittel der Gesamtleistung nicht überschreiten dürfen.

3.

Der Wettbewerb wird in drei Runden augetragen.

  1. Qualifikationsrunde: Jedes Paar tanzt an an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zwei Auftritte. Die Paare mit den höchsten Punktzahlen, kommen ins Halbfinale.
  2. Halbfinale: Die qualifizierten Paare tanzen nur mehr einmal. Als Qualifiziert gilt, wer die Qualifikationsrunde übersteht und/oder einen der verschiedenen Parallell-Wettbewerbe gewonnen hat. Dazu gibt es Wettbewerbe der Stadt Buenos Aires, die als Qualifikation für die WM gelten. Paare mit den höchsten Punktezahlen kommen ins Finale.
  3. Finale: Die im Halbfinale ausgewählten Paare nehmen teil. In der Kategorie Tango de Pista wird die Autonome Stadt Buenos Aires durch das Paar vertreten, das im Mai den ersten Platz in der Stadttanzmeisterschaft (Tango de Pista) gewonnen hat. Ebenfalls dabei sind die Paare, die den ersten Platz in den Kategorien Tango de Pista und Tango Escenario der Tango-Europameisterschaft belegt haben.

4.

Die Wertung: Die Jury vergibt Punkte auf einer Skala von 0 bis 10. Um ins Halbfinale zu kommen, sollten es schon 8,500 werden. Das Finale wird mit etwa 9,400 gewonnen.

Die Chancen: 2017 wurde das später Weltmeisterpaar beim ersten Auftritt in der ersten Qualifikationsrunde nur 23. Wer einen sauberen und exakten, eher konservativen Stil drauf hat, seine Beinstellung und die Partnerin im Griff hat und die Füße präzise positioniert, sollte teilnehmen. Vor allen Dingen, sollten die potenzielle Teilnehmerschaft eine wirklich überzeugende Idee haben, wie sie die Musik versteht und was sie ausdrücken wollen!

Zu guter Letzt: Ja, es gibt auch Geld! Arg $60.000 für das Siegerpaar.

…und wer nicht am Wettbewerb teilnimmt. Ein Besuch zahlt sich auch so aus. Während der WM gibt es unzählige Events, Workshops und Konzerte – Gratis/freier Eintritt.

 Quellen: http://festivales.buenosaires.gob.ar/2017/tangofestivalymundial/en/reglamento

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